Burger’s Zoo Arnhem

Zu allererst ein großes Dankeschön an Lincoln, der und in seinem Auto mitgenommen hat, denn mit dem Zug wäre das ganze wohl etwas umständlicher geworden. Mit dabei waren außerdem Saphira, Cheetah (dem man auch danken muss, dass er die Fahrt von Hamburg am frühen Morgen auf sich genommen hat – von dem momentanen Bahnchaos im Ruhrgebiet noch garnicht gesprochen), zum ersten mal dabei Alcelaphinae und meine Wenigkeit.

Diesmal will ich so vorgehen, dass ich die einzelnen Themenbereiche, oder, wie man sie dort nennt, Öko-Displays beleuchte. Den „Park“ unerteile ich dabei in mehrere Abschnitte.

Park I (Eingangsnaher Bereich)

Gleich hinter dem Eingang fällt natürlich sofort das Pingingehege ins Auge, eine Fels-Hanglage mit Bruthöhlen auf drei Ebenen. Das mag dem natürlichen Landschaftsformen im Verbreitungsgebiet von Brillenpinguinen vielleicht weniger entsprechen, als bei andere Sphenisciden, aber was solls. Nach über 20 Jahren ist das Gehege auf jeden fall immer noch top, sowohl halterisch als auch optisch, auch wenn ihm moderen Trend-Elemente wie Unterwassersicht fehlen.

Ebenfalls zum vorderen Teil des Parks gehört die Elefantenanlage, ein eher kleines Gehege mit Stall. Hier handelt es sich allerdigs auch um eine Haltung mit Altkühen, die so wohl nicht weitergeführt werden wird.

Vor allem aber wird dieser Bereich geprägt durch zwei Gehegekomplexe, die bereits in den 30er(?) Jahren mit aufwändigen Kunstfelskonstruktionen gestaltet wurden. Der Fels ist mitlerweile moosbewachsen und sieht weitaus natürlicher aus, als das heutige Material. Die Gehege selbst sehen allerdings ähnlich alt aus, was allerdings nicht automatisch schlecht bedeutet. Zu sehen sind hier Flachland-Tapire, Warzenschweine, Zwergflusspferde vergesellschaftet mit Blauduckern, Bongos vergsellschaftet mit Rotduckern, Ringelrobben und Nasenbären.

Eine bunte Mischung also, die mit einem Öko-Display im eigentlichen Sinne nicht viel zu tun hat. Die historischen Fels-Gehegekomplexe haben jedoch ihren ganz eigenen Charme und es würde sich sehr anbieten, diese einmal zu einem geschlossenen Themenbereich umzugestalten.

Neugestaltungen in diesem Bereich

Das sehr gelungene Nasenbärengehege ist sehr geschickt aus dem alten Tigergehege umgebaut worden. Der ehemals nur aus Kunstfels bestehende, in eine tiefe Gruben abfallende Hang wurde verfüllt, mit Naturboden bedeckt, bepflanzt und mit einem Wassergraben versehen.

Ebenfalls umgebaut wurde das alte Orang-Utan-Haus. Seinerzeit hatten die Oangs nur ein Innengehege, hinter Glas und mit Wassergraben. Dies wäre sicherlich auf den neuesten Stand zu bringen gewesen, doch hätte immer noch ein Außegeheg gefehlt. Zudem konzentrieren sich die südostasiatischen Arten nunmehr im Rimba-Bereich. Das Orang-Haus wurde zurückgebaut, der besucherbereich komplett entfernt. Auf der Grundfläche wurden links und rechts Innengehege errichtet, der mittlere Bereich ist jetzt eine Außenvoliere. Bemerkenswert ist hier der Wassergraben, vor dem das Volierennnetz schlicht weggelassen wurde wie ein offenen Fenster. Die Anlage bewohnen Kattas und Mohrenmakis.

Auffällig sind allerdings die äußerst schlicht gehaltenen Innengehege, was übrigens für den gesamten Zoo gilt. An Größe und Raumhöhe ist wenig auszusetzen, auch die Einrichtung aus Ästen und Seilen ist naturnah, doch glatter Boden mit Stroheinstreu und einfarbig gestrichene, kahle Wände wirken nicht sehr schön.

Burger’s Rimba

Das Öko-Display Rimba zeigt Säuger und Reptilien der Wälder Südostasiens, nicht als Tropenhalle, sondern als Fleiluftgehege.

Vor dem Eingang zu Rimba ist das Leopardengehege gelegen, eine hervorragende, reichlich bepflanzte Volieren-Anlage unter einem natürlichen Baumbestand. Da hier Sri-Lanka-Leoparden leben, hätte diese Anlage durchaus in Rimba mit einbezogen werden könne. Allerdings wird sie dem Park zugrechnet.

Den Anfang von Rimba macht die Anlage für Malaienbären, eine natürlich gestaltete Bärenanlage auf neuestem Stand, besucherseitig mit Trockengraben, großzügig bemessen, aber nicht übermäßig groß. Wenn auch hier die Stallungen und teilweise die Rückwände mit Kunstfels verkleidet sind, fallen diese nicht sehr stark auf und vermeiden damit den gekünstelten eindruck, den man bei ähnlichen Anlagen zuweilen findet.Interessant ist hier außerdem die Vergesellschaftung mit Binturongs, die sich in den Höhen der Kletterbäume aufhälten.

Eher schlicht dagegen sind die Innengehege, verglast einsehbar von einen überdachten Besucherbereich aus. Für eine tropische Bärenart, die in den Wintermonaten öfter drinnen als draußen ist, hätte es nicht nur aus präsentatorischen Gründen mehr sein gedurft.

Fast schon einmalig ist dagegen die große, wunderbar gestaltete Huftieranlagen. Hier sind Bantens, Leierhirsche, Schweinshirsche, Muntjaks, Schweinsaffen und Siamangs vergsellschaftet. Obwohl weitläufig von einem Wassergraben umgeben, sorgen Hügel und Bauminseln dafür, dass die Anlage Struktur hat. Eine Baumgruppe ist mit Drahtzäunen umgeben, die für Muntjaks, Schweinsaffen und kleinere Hirschkühe durchgängig ist, jedoch nicht für die Bantengs und großen Hirsche. Eine zweite, einzeln stehende Baumgruppe ist mit Seilen und Strickleitern als Kletterbereich für die Siamangs hergerichtet.

Ein zentral im Rimba-Bereich geleges Gebäude beherbergt Stallungen für die Huftiere und die Innengehege der Sumatra-Tiger (nicht einsehbare). Der als Tunnel hindruchführenden Besucherweg führt jedoch vorbei an großen Terrarien für Bindenwarane und Netzbythons.

Ein eigenes Gebäude ist das Affenhaus, einerseits die Siamangs und Schweinswaffen, andererseits für Brillenlanguren und Gelbwangen-Schopfgibbons. Auch diese Innengehege sind eher schlicht gehalten. Am der großen Voliere der Languren und Schopfgibbons führt ein überbauter erhöhter Weg mit Sichtscheiben vorbei.

Den Abschluss macht die Tigeranlage, ebenfalls großzügig und naturnah, mit Freisicht über einem tiefer gelegten Badeteich und Panoramascheiben. Für eine tropische Tigerart fehlt aber auch hier wiederum das einsehbare Innengehege. Zudem fällt auf, dass es keine Abtrenngehege für einzelne Tiere gibt.

Insgesamt ist Rimba „zooiger“ als die Hallen-Ökodisplays. Die Gehege liegen dichter beisammen, was durch die geschickte Wegführung und Bepflanzung aber kaum auffällt. Die Anlagen sind auf dem neuesten Stand, großzügig, aber nicht überdurchschnittlich groß, die Innenanlagen hingegen eher bescheiden. Der Eindruck einer einheitlichen Landschaft wird durch das zentrale Gebäude – trotz der Höhlentunnel-Gestaltung – und vor allem der durch den erhöhten Weg abgeschnittenen Affenvoliere merlich gestört.

Burger’s Desert

Die große Wüstenhalle zeigt einen Landschaftsausschnitt aus den südlichen USA und Nordmexiko. Landschaftlich beeindruckt sie vor allem mit ihren Felsformationen und der reichen Vegetation an Kakteen, Sukulenten und Sträuchern. Doch leider hat man auf dem zweiten Blick den Eindruck, dass es hier vor lauter Landschaft weniger Tiere gibt, als es sinnvollerweise gegeben könnte. Vor allem an freifliegenden Vögeln schien ein gewisser Mangel zu herrschen, zumindest im Vergleich zu früheren Jahre. In der begehbaren Volire waren keine Karakaras mehr, sondern einige Tauben und Wachteln, die auch in der Halle frei fliegen. Vor allem aber de Truthahngeier fehlten. Tatsächlich konnten wir nur einen einzigen ausmachen.

Auch das ehemalige Schildkrötengehege stand leer – was allerdings nicht schlecht war, denn es ist sehr klein.
Was die Größe betrifft, stellt sich auch das Rotluchsgehege eher im untere Bereich auf und wirkt, dadurch, dass es als eine Schlucht zwischen hohen Felsen gestaltet ist, noch beengter.

Das Dickhornschaf-Gehege stellt einen Felshang dar, der über die Wüste blickt. Bis auf eine Sandwanne in der Mitte besteht es allerdings nur aus Kunstfels, dazwischen lose verteilte Steinbrocken. Zwar sind Dickhornschafe Gebirgsbewohner, dennoch fällt es mir schwer, diese reine Innenhaltung uneingeschränkt gut zu finden.

Gleiches gilt für die Halsband-Pekaris, deren Anlage ein ausgetrocknetes Flussbett darstellt, und dementsprechend eine reine Sandfläche ist.

Zu erwähnen sind außerdem noch einige grottenartig angelegte Nachttiergehege im Übergangstunnel zum Busch, wobei es einmal dahingestellt sei, ob Katzenfretts oder Känguruhratten Höhlenbewohner sind.

Insgesamt ist und bleibt die Desert eine schöne Landschaftshalle, als solche aber mehr Gewächs- als Tierhaus. Vor allem aber hat der Gesamteindruck der Landschaft das Potential, den Blick auf die Gehege in einzelnen und deren Qualität zu verschleiern und diese möglicherweise besser erscheinen zu lassen, als sie sind. Denn letztendlich leben die präsentesten Tiere hier nicht in einer großen Wüstenhalle, sondern in Felsschluchten und mittelgroßen, schlichten Gehege innerhalb derselben.

Burger’s Bush

Die Regenwaldhalle des Bush ist mit einem als Mine gestaltetem Tunnel mit der Desert verbunden.

Der Bush ist landschaftlich durch seine reichliche Bepflanzung geprägt. Die Bäume haben hier tatsächlich die Möglichkeit, in große Höhen zu wachsen. Bilden allerdings kein so dichtes Kronendach, dass genug Licht für dichten Unterbewuchs vorhanden ist. Ein Wasserfall sorgt für Geräuschkulisse und einen interessanten Einblick

Wie auch in der Desert, finden sich auf der Flächer verhältnismäßig wenige, nach aktuellem Stand eher kleine Gehege. Dies gilt vor allem für die Gehege der Erdferkel und Wasserschweine und das Seekuhbecken. Zweiteres dürfte auch unter Wasser nicht besonders naturnah sein, zumindest deuten grade abfallende Beckenwände darauf hin. Zu sehen sind die Tiere von einer Brücke aus nur von oben, wo sind nicht ideal zur Geltung kommen.

Unterwassereinsicht gibt es hingegen bei dem ansonsten klassisch gestalteten Krokodilgehege für Breitschnauzenkaimane.

Einzig das Zwergottergehege, rund um einen Bachlauf fällt realitiv größer aus, dadruch, dass Zwergotter eher kleine Tiere sind.

Ansonsten ist auch im Busch der größte Teil der Fläche den Pflanzen, den freifliegenden Vögeln und den freilaufenden Reptilien vorbehalten. Für die in den Gehegen lebenden Tieren spielt die unzweifelhaft beeindruckende Größe und Vegetation dieser Regenwaldhalle aber kaum eine Rolle.

Burger’s Ocean

Das Großaquarium zeigt Arten des tropischen Indopazifk vom Korallenriff bis zur Hochsee. Der Weg ist dabei so angelegt, dass er zunächst zwischen zwei Beckenhälften entlang und dann in eine Grotte hineinführt, als ginge man von den flachen Uferbereichen hinunter ins Riff. Die Riffbecken sind mehrere Meter tief mit entsprechend hohen Scheiben. Dabei treten aber vor allem die Riffe mit ihrem reichen Bestand an Anemonen, Weich- und Steinkorallen in den Vordergrund und sehen einfach nur fantastisch aus. Die Artenvielfalt an Fischen, besonders kleinere Arten der Anemonen- und Doktorfische, Riffbarsche, Lippfische u.ä. gehen dabei aber in der Größe und Masse verloren und werde zum unüberschaubaren, wuseligen Beiwerk.

Wo Größe wirklich zählt, sind die Hochseebecken. Hinter einer Scheibe vom Ausmaß zweier Einfamilienhäuser leben rund um ein Schiffswrack Schwarzspitzenhaie, Bogenstirn-Hammerhai, Geigenrochen und ein Zebrahai. Das Becken die tatsächlich Tiefe (nach hinten) dieses Beckens lässt sich nicht abschätzen, so dass die Haie tatsächlich aus dem dunkel des Wasser auf den Besucher zukommen und wieder verschwinden.
Ähnlich faszinierend wirken Schwärme von Stachelmakrelen und Barakudas.

Den Abschluss bildet ein Unterwassertunnel durch eine Hafenbecken, in dem vor allem die großen Adlerrochen beeindrucken.

Bei aller Faszination, die von Aquarien ausgeht, deren Wasserspiegel weit über den Köpfen der Besucher liegt, gehen zumindest kleinere Arten in solchen Becken in der Masse und im Volumen verloren, die Landschaft aus Korallen und Anmonen tritt hier gegenüber den Tieren leider ähnlich in den Vordergrund, wie in der Desert und im Bush die Vegetation und die Felslandschaft. Grade im Riff des Oceans ist das schaden, denn hier sind die Fische, anders als die im Dschungel veborgenen Vogel und Reptilien, zu sehen und werden doch nicht gesehen. In kleineren Becken würden kleinere Arten besser zur Geltung kommen. Und ob grade für die kleineren Fische, die nur einen begrenzten Bereich dies Riffes besetzen, das größere Gesamtvolumen hinsichtlich besser Lebensbedingungen überhaupt eine Rolle spielt, sei dahingestellt.

Die Großbecken dagegen sind ohne jeden Abstrich faszinierend und sehenswert.

Park II (Menschenaffen-Anlage)

Darunter fasse ich die Menschenaffen-Anlagen. Das sind die berühmte Arnheimer Schimpansen-Kolonie und die Gorilla-Gruppe. Beide Menschenaffen bewohnen großzügige Inselanlagen. Die Gorillas sind außerdem mit Goldbauchmangaben vergesellschaftet.

Die Außenanlagen sind zeitlos hervorragend und auch die Beobachtungsmöglichkeiten zum einen aus der Distanz über den Wassergraben von Weg aus, zum anderen aus relativer Nähe aus einem Beobachtungsstand heraus und praktisch aus augenhöhe, stehen neueren Anlagen in wenig nach.

Anders sieht es allerdings mit den Innenanlagen aus. Vergleichen lassen sie sich am ehesten mit Turnhallen, die man mit Stroh ausgestreut und in die man Klettergerüste gestellt hat, jeweils ein Abteil für jede Menschenaffenfamilie, untertelt durch die Nachtkäfige der Schimpansen. Deren Dach immerhin ist mit tropischen Pflanzen bepflanzt. Die Besucher sehen von einem Korridor mehrere Meter über dem Boden der Anlagen durch verglaste Fenster auf die Tiere herab.

Anders als die ihrem guten Ruf in jeder Hinsicht gerecht werdenden Außenanlagen kann man die Innenanlagen wohl kaum mehr als adäquat, geschweige denn als Innovativ bezeichnen, in der Größe und Haltung vielleicht noch angemessen, auch verglichen mit manchen Innenanlagen in deutschen Zoos, in der Präsentation jedoch unpassend.

Mangroven

Die Mangrovenhalle war in den 70er Jahren der Prototyp der Arnheimer Landschaftshallen. Allerdings sind auch hier mehr Pflanzen als Tiere zu sehen. Fast hat man den Eindruck, man betrete ein leeres Haus. Dabei ist in der Mangrovenhalle die Vegetation vergleichsweise weniger dicht. Neben einem offenen Becken für Schützenfische und freifliegender Königspapageien fallen im Schwemmland-Bereich der Halle keine Tiere ins Auge. Besonders die charakteristischen Schlammspringer und Pfeilschwanzkrebse waren nicht zu entdecken.

Den abgetrennte Volieren-Bereich mit Tümple bewohnen Kräuselscharben, Radjahgans und Weichschildkröten. Nicht ganz nachzuvolliehen ist übrigens, warum der Zugang zu diesem Bereich aus einer Metalltür besteht, vor dem ein Plastik-Kettenvorhang hängt, eine Kombination, die bei praktisch jedem Durchgehen einen enormen Krach verursacht.

Bei aller Anerkennung für den Pioniercharakter dieses Hauses, so machen die Mangroven heute leider nicht mehr besonders viel her, so dass es dem nicht mit der Bedeutung des Hauses vertrauten Besucher angesicht der größeren Hallen seltsam vorkommen mag, dass die Mangroven als eigenes Öko-Display ausgewiesen wird.

Park III (Vögel)

Dieser älteste Parkteil ist im wesentlichen ein Vogelpark. Das Tropenvogelhaus schließt dabei an das Manschenaffenhaus an. Ein Korridor führt entlang durchschnittlich großer, durchschnittlich gestalteter Volieren. Die zugehörigen Außenvolieren, wie auch die übrigen Volieren für Eulen, Greifvögel, Enten und ähnliches sind einfach Stahlrohr-Maschendraht-Kontruktionen, die zum Teil recht klein wirken. Ausnahmen sind hier die großzügige Geiervoliere für Gänse- und Mönchsgeier und eine Wattvogelvolire mit Säbelschnäblnern, Löfflern, Eider-, Schellen- und Krickenten.

Offenen Anlagen mit Teichen bewohnen dagegen die Rosa Flamingos und Rosa (wirklich rosa) Pelikane.

Die alten Stahlrohr-Volieren geben diesem Parkteil ein äußerst altmodisches Gepräge, ähnlich wie die Felsgestaltung im vorderen Bereich. Dadurch wirkt dieser Teil wenig attraktiv und eher langweilig. Die beachtenswerte Artenvielfalt des Bestandes, der auch einige Raritäten enthält, macht dies allenfalls für den Kenner wett. Für den ONB mag dieser Teil in krassem Kontrats zu den moderenen, naturnahen Öko-Displays stehe.

Fazit

Der Brugers‘ Zoo hat den Ruf besonders spektakulär zu sein und die Tiere besonders artgerecht zu halten. Dies ist wohl im wesentlichen auf die berühmten Landschaftshallen zurückzuführen. Als Gesamtkonstruktionen sind sie tatsächlich spektakulär und seheswert.

Genaueres hinsehen zeigt jedoch, dass grade die großen Säugetiere Tiere in den Hallen nicht unbedingt bessere oder größere Gehege haben als in anderen Zoos. Grade dadurch, dass die Hallen schon älter sind, enstprechen diese Anlagen dem Standard zur Zeit ihrere Errichtung und lassen sich, vor allem in der Desert, durch ihre feste Eingebundenheit in die Landschaft nicht mehr ohne großen Aufwand verändern. Die größten Profiteure, was den Platz angeht, sind bei den Landschaftshallen die freifliegenden Vögel und freilaufenden Reptilien.

Dass reine Größe das Versprechen besserer Haltung nicht automatisch einhält, zeigen die Raubtiergehege in der Safari, denen fast jegliche Struktur fehlt, und die dadurch auch optisch wenig Landschaftseindruck vermitteln. Immerhin die riesige Savannenanlage wird diesen Ansprüchen gerecht.

Der Ocean als Großaquarium findet Seinesgleichen in den verschiedene SeaLife-Standorten, ist also durchaus unzweifelhaft sehenswert, aber weniger einzigartig, als es seinerzeit die Landschafthallen waren und in weiten teilen auch noch sind.

Das neue Rimba ist nicht mehr, aber auch nicht weniger, als ein geografischer Themenbereich mit großzügigen, naturnahen Gehegen auf neuestem Stand mit teils innovativen Vergesellschaftungen. Sie sind aber weder größer noch „artgerechter“, noch spektakulärer als neue Anlagen, die man andernortens findet.

Das krasseste Missverhältnis zwischen Ruf und Realität zeigt sich schließlich in den Menschenaffen-Anlage. Den hervorragenden Außenanlagen stehen die nicht nur wie sonst überall schlichten, sondern schon beinahe veralteten Innengehege gegenüber, die mit besonders viel Platz, besonders natürlicher Haltung oder besoders schönen Anlagen absolut nichts mehr zu tun haben.

Wenn also vom besonders schönen, spektakulären, großen, artgerechten Burgers‘ Zoo die rede ist, so ist das nur die eine Seite der Medaille. Grade die Landschaftshallen durch ihr Gesamterscheinungsbild vermögen, eher bescheidene Einzelhaltungen zu verschleiern, ebenso wie schiere Größe alleine noch keine gute Haltung bedeutet und ein Blick nach drinnen die scheinbar großartig-artgerechen Eindruck der Außengehege relativiert.

Insofern ist der Burger’s Zoo zweifellos ein sehr schöner, sehenswerter Zoo, dessen Landschaftshallen und einzelne große Anlagen ihre Wirkung und Faszination auf lange Sicht nicht einbüßen werden, in diese Sinne sicherlich spektakulärer als andere Zoos.

Und dabei, das soll nicht vergessen werden, wird hier praktisch der komplette Bestand der Zoo-Erwatungs-Arten von Löwen, Tiger, Bär über Zebra, Nashorn, Giraffe zu Elefant, (Menschen)Affen, Pinguinen, Robben, Flamingos sowie Hirsche, Antilopen, nicht zu vergessen Känguruhs, Krokodile, Schlangen, Schildkröten, Vögel und Aquarium abgedeckt.

Aber dass die Tiere hier generell besser gehalten oder natürlicher präsentiert werden, trifft so nicht zu. In diesen Punkten ist Arnheim ein Zoo wie jeder andere Zoo auch.

Ein Gedanke zu „Burger’s Zoo Arnhem“

  1. Schöner Beitrag muss ich sagen und ebenfalls sehr schön formuliert, ich dachte ich schreibe noch einige Meinungen von meinem gestrigen Besuch lieber als Kommentar hier als extra Beitrag.
    Ich stimme dir bei den Gehegen größenteils zu im Punkto Qualität und zudem auch das die Innengehege das alles etwas runterziehen.
    Die Hallen sind alle beeindruckend und wenn man Zeit mitbringt kommt man definitiv auf seine Kosten.
    Im Desert sind mir die Vögel quasi ins Gesicht geflogen(tatsächlich passiert) und man konnte eigentlich fast alle Arten so entdecken.
    Im Bush war dies schwieriger aber mit genug Zeit kommt man definitiv auch hier auf die Kosten,da man die Vögel im Unterholz, auf Bäume oder einfach auf dem Weg findet.
    Zudem ist mir aufgefallen das man den Kaiman nun mit Pfauenaugenstechrochen vergesellschaftet hat(welche ziemlich groß sind) und auch nur noch 1 Exemplar vorhanden ist.
    Das Ocean zudem hat große Becken in denen ich mich lange vertiefen konnte, aber wie du beschriebst geschrieben hast zu groß für einige Arten.
    Die letzten 3 Becken konnten jedoch allesamt beeindrucken und waren einfach grandios genauso wie das allererste Riffbecken.
    Zum Mangrove muss ich sagen das diese Halle irgendwie ausgestorben wirkt, im ersten Abschnitt nicht 1 einziges Tier außer einem kleinen Vögelchen gesehen, trotz langer Wartezeit und im 2 halt den Pangasius, mehrere Schildkröten und Vögel, bis auf den Pangasius nicht ganz so beeindruckend.
    Den Rest spar ich mir mal da du alles nötige ja bereits gesagt hast und ich nichts mehr dazuzufügen habe.

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