Westliche Flachlandgorillas im Zoo Duisburg

Gorillas im Äquatorium

Gorillas gehörten zu den Arten der ersten Stunde des Äquatoriums. Während es Schimpansen bereits im alten, inzwischen verschwundenen Affenhaus auf der Westseite des Zoos gegeben hatte, erlebte die größte Primaten-Art ihre Haltungspremiere erst 1962 im damals größten Affenhaus der Welt. Der Erstbesatz waren das Paar Susi und Tarzan, die über den Zoo Hannover nach Duisburg kamen.

Anders als bei den Schimpansen und den Orang-Utans, die erfolgreich züchteten und in teilweise großen Gruppen gehalten wurden, gelang es aber über einen Zeitraum von über 40 Jahren nicht, eine Gorilla-Familiengruppe aufzubauen. Immer wieder kamen im Laufe der 70er Jahre neue Tiere in den Zoo, wie damals üblich als Wildfänge. Dazu gehörte auch Catou, der bereits 1970 importiert wurde und bis 2007 die bisher längste Haltungsdauer in Duisburg hatte. Die Tiere stammten aus Kamerun und Gabun, wurden durch den Verein der Freunde angeschafft oder, wie Yuka 1975, waren Geschenke örtlicher Unternehmen an den Zoo. Der abenteuerlichste Zugang war aber sicherlich Gigi, die als Jungtier vom Zoodirektoren-Paar in Südfrankreich einem Fremdenlegionär abgekauft wurde.

Untergebracht waren die Gorillas stets im westlichen Käfig der Halle I des Äquatoriums und dem zugehörigen Außenkäfig. 1987 wurde der Außenkäfig abgerissen und durch einen rundum verglasten Auslauf ersetzt, der heute, nach einer optischen Aufwertung mit Kunstfels an den Wänden, das Orang-Utan-Außengehege ist.

Catou im Gorilla-Auslauf, Mai 2000
Catou im Gorilla-Auslauf, Mai 2000

Gorilla-Familie seit 2006

Mit der Errichtung der neuen Außenanlage Gorilla-Busch im Mai 2002 und der Renovierung der Nacht- und Schaukäfige – die ebenfalls geplante größere Innenanlage wurde noch nicht realisiert – erhielt der Zoo nun auch die Erlaubnis des EEP-Koordinators, zuchtfähige Tiere aufzunehmen und eine Familiengruppe aufzubauen, wie sie in anderen Zoo schon seit Jahrzehnte Standard waren. Zunächst war das vorhandene Männchen Catou als Stammvater vorgesehen und eine Gruppe jüngere Weibchen erhalten. Als erste zog im Juli Vizuri von ihrem damaligen Aufenthaltsort Leipzig nach Duisburg um und wurde zur Eingewöhnung zunächst im alten Gorilla-Käfig und der Außenanlage untergebracht. Die Zusammenführung mit Catou und Dorle erfolgte kurze Zeit später. 2003 kam dann Momo aus Edinburgh dazu, so dass im Frühsommer die Gruppe gemeinsam in die Außenanlage eingeführt wurde. 2005 erfolgte die Vergesellschaftung mit Brazza-Meerkatzen.

Nachwuchs allerdings blieb zunächst aus, es stellte sich heraus, dass Catou als unfruchtbar war.  Da es aber erklärtes Ziel war, eine Familiengruppe aufzubauen, entschied man sich zum Austausch der Männchen. Zunächst wurde aber 2007 das Weibchen Safiri aus Adelaide dazu geholt wurde. Mitte Oktober schließlich reisten Catou und seine langjährige Partnerin Dorle nach Valencia/Spanien, schon am ersten November traf der damals 11jährige Mapema aus Jersey ein.

Der Tausch erwies sich als erfolgreich. Schon im folgenden August und Oktober 2008 kamen mit Kiburi und Uzuri die ersten Flachland-Gorillas in der Geschichte der Gorilla-Haltung im Zoo Duisburg zur Welt. Es folgten Suwedi 2011 und Jamila 2012. Besonders erfreut aufgenommen wurde 2015 die Geburt von Ayo, dem ersten Sohn vom Momo, die bei seiner Geburt bereits 33 Jahre alt. war.

Stammbaum Gorillas

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