Damwildgehege im Volkspark Rheinhausen (Duisburg)

Da wir heute vom Verein mit unserem Infostand auf dem Parkfest waren, habe ich die Gelegenheit genutzt, und mich im Damwildgehege Rheinhausen (nicht Duisburg, da bestehen wir Linksrheiner drauf) umgesehen.

Wie lange genau es das Damwildgehege schon gibt, weiß ich selbst nicht genau. Ich kann mich seit frühester Kindheit daran erinnern. Vor einigen Jahren stand es vor dem aus, wie so oft, wenn die Stadt kein Geld hat, wurde dann aber durch eine private Initiative weitergeführt und trägt sich heute komplett durch Spenden und ehrenamtliche Arbeit.

Das Damwildgehege liegt im waldartigen Mittelteil des Rheinhauser Volksparks, der schon seit einigen Jahren gezielt verwildert wird. Der kleine Tiergarten mit Ziegengehege, Volieren und Waldschule ist unter der Woche von 10-18 Uhr, am Wochenende 11-18 Uhr geöffnet (im Winter bis 15 Uhr). Daran angrenzend liegen drei große, eingezäunte Gehege mit Eichenbestand. Ein weiteres, das Sommergehege der Damhirsche hat mehr Waldlichtungscharakter und befindet sich weiter im Park. Dementsprechend sind die Gehege von den Parkwegen aus jederzeit erreichbar.

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Zwerziegen

Von Eingangstor des Tiergartens führt ein einzelner geschwungener Weg in das Gelände hinein. An dessen Ende befinden sich rechts die Waldschule, links die Volieren. Entlang des Weges ist auf der linken Seite das Zwerziegengehege angelegt. Und ich muss sagen, es ist das hübscheste Ziegengehege, das ich bisher gesehen habe, mit viel Wiese, einem Steinhügel, Ästen und Baumstümpfen zum Klettern.

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Zwergziegen-Gehege

Betreten kann man das Gehege (zum Glück) nicht, aber es gibt einen kleinen Futterautomaten.

Die Zwergziegen sind dabei ein richtig bunter Haufen, nicht nur das Standard-Schwarzbraun, sondern alle möglichen Scheckungen und Farbvariationen.

Die Volieren

Die Volieren sind modern, in Leichtbauweise aus Edelstahl mit Netzdach, und stehen denen, die man in Zoos findet in nichts nach. Einzig fällt auf, dass die Innenräume nicht als Massivbau, sondern als Container errichtet sind. Nichts desto trotz machen sie einen gepflegten Eindruck.

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Kanarienvogel-Voliere

Der Besatz bietet zum einen die bei solch einer Kleinanlage zu erwartenden Standard-Ziervögel, zum anderen aber auch einige altbekannte, wenn auch nicht sehr exklusive Zooarten, mit denen ich nicht gerechnet hätte.

Den Anfang macht ein Schwarm Kanarienvögel in einer reichlich zugewachsenen Volieren.

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Es folgen ein Schwarm Schwarzköpchen, größtenteils in der Wild-, aber auch zwei Tiere in blauer Zuchtform, vergesellschaftet mit Molukken-Kakadus und Goldfasanen als Unterbesatz.

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In der nächsten Voliere lugte dann überraschend ein alter Bekannter aus einem Nistkasten:

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Himalaya-Glanzfasan (Lophophorus impejanus)

Oberbesatz in dieser Voliere sind außerdem Schildsittiche, Bourke-Sittiche und Diamanttäubchen. Eine relative Seltenheit stellen zudem die Colette-Sittiche dar, die es in Deutschland laut ZTL immerhin sonst nur in Berlin (Zoo), im Vogelpark Olching und der Wilhelma gibt.

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Am Boden der nächsten Voliere zieht Jones Silberfasan (ja mit Unterartenstatus) die Blicke auf sich. Das Paar lebt zusammen mit Perlhalstauben, Glanzsittisch und Bergsittich.

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Eher Standard sind dann wieder Wellen- und Nymphensittiche, die sich ihre Voliere mit Königssittich, Weinroter Halsringtaube und Amherst-Fasan teilen.

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Die nächste Überraschung wartete dann in der letzten Voliere, die ansonsten einen vielfältigen Besatz hemischer Sperlingsvögel aufweist. Als weiterer Exot steht dem Temminck-Tragopan die Guinea-Taube zur Seite.

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Zu den heimischen Vögeln gehören Bartmeise, Birken- und Erlenzeisig (die ich allerdings nicht sicher identifizieren konnte), Dompfaff und Bartmeise (die ich zuvor noch nie gesehen habe), sowie Girlitz und – nicht ausgeschildert – Stieglitz.

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Die Wildgehege

Auf dem Wintergehege der Damhirsche steht im Sommer eine Gruppe Emus. Die angrenzenden Gehege bevölkern verschiedene Hühner- und Gänsevögel, unter anderem Truthühner, Hausgänse, Höckergänse und „Wuschelhühner“ ;-).

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Fazit

Das Damwildgehege in Rheinhausen ist ein kleiner, solider Tierpark, der stark auf Umweltbildung und direkte didaktische Arbeit setzt. Und auch wenn ich erfreut war, in den Volieren einige Exoten zum ersten Mal gesehen zu haben (weil die großen Zoos in NRW diese Arten nicht halten), haben mich die heimischen Vögel doch noch mehr begeistert.

Deswegen würde es mir persönlich sogar noch mehr gefallen, wenn der Bestand insgesamt sich mehr darauf konzentrieren würde. Dabei haben sowohl (Zwerg)ziegen, die Kuh des kleinen Mannes, als auch Kanarienvögel, der Überlieferung nach seinerzeit als Warner vor Grubengasen unter Tage, in einer Stadt mit Bergbau-Geschichte  absolut ihre Berechtigung, genauso Rassehühner und Gänse.  Was fehlt, wäre ein Taubenschlag und ein Kaninchenstall mit Auslauf.

Die Volieren hingegen dürften zugunsten mehr heimischer Vögel auf die Exoten verzichten. Zwar brauchen es nicht unbedingt die allgegenwärtigen Amseln, Sperlinge, Kohl- und Blaumeisen zu sein, aber schon Schwanzmeise, Kleiber, Zaunkönig oder Eichelhäher dürften unseren Stadtkinder, obwohl hier heimisch, schon Unbekannte sein. Dass die bunten Exoten hingegen unbedingt als Besuchermagneten benötigt werden, wage ich bei einer derart lokalen Einrichtung ehrlich zu bezweifeln.

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