Magdeburg 20.04.15 (von Cheetah)

So verzeiht die Verspätung.

Wie der Großteil weiß, waren wir ja auf einer kleinen Zootour im Osten, gestartet haben wir mit Magdeburg. Übernachtet haben wir die ersten Tage in Leipzig, dementsprechend fuhr die Bahn nur alle 2h nach Magdeburg, ebenso war die Fahrtweg bis zum Zoo dann ca 2h.

Ich füge noch einen Wegplan mit ein, damit man die Route besser nachvollziehen kann

Bild

Der Eingang lag in einem Park, sah von außen schonmal nicht schlecht aus. Hinterm Eingang erwartete uns direkt die Erdmännchen, eine recht schicke Anlage. Im Anschluss war eine großzügige Wiesenfläche, vermutlich nicht bebaubar. Die Route haben wir morgens dann gegen kurz nach 10 Richtung „Asien“ gestartet, sprich Tiger, Schopfhirsche und die Voliere für Chinesische Zwergstreifenhörnchen und Termminck-Tragopane. Die Anlagen waren recht gut eingerichtet. Will jetzt nicht auf jede Anlage eingehen, sonst wird das hier ein 1000 Seiten Roman. ;P
Einen Schock haben wir bei den Kiangsi-Rothunden bekommen (sorry Lincoln, das muss einfach mit rein :D ), wir haben einen Rothund fotografiert und auf einmal sprang eine Rothündin an den Zaun (Matrixlike) und drohte uns und sprang wieder. Natürlich haben wir uns beide erschrocken weil wir direkt daneben standen. Sie wollte nur ihre Welpen beschützen, die hinter ihrer kleinen Holzhütte herumwuselte.

Kurz bevor man am Berghang, der auf der Karte links ist, kommt, sind noch 3 kleinere Anlagen aus alter Zeit. Dort lebten Fuchsmangusten, Dunkelkusimansen (!) und Weißschwanzstachelschweine. Auch wenn die Anlagen von denen schon (sehr) klein waren hat man da probiert soviel Struktur einzubringen was den Tieren was bringt wie möglich. Am Berghang lebten dann in Volieren Brillenkäuze, Karakaras. Etwas weiter hinten gab es dann auch Anlagen mit Luchsen, Uhu, Rotmilan, Goldschakalen die Anlagen waren ebenfalls sehr schick und lagen auch in einer schönen Umgebung meines Erachtens nach.

Stückchen weiter gab es etwas abgelegen an einem „Ausgang“ eine Sittichvoliere, da leben 6 oder 7 Sitticharten drin und noch Parmakängurus, diese haben sich aber versteckt. Die Anlage war trotz den vielen Arten nicht überfüllt und begehbar.

Noch eine Rarität erwartete uns ein kleines Stück weiter, Neunguinea-Filander in einer Anlage für Jägerlieste. Gegenüber waren die Seraus, wo das Weibchen aber nach dem Tod des Männchens nach Berlin ging. Die Anlage wird nun auch für Gorale umgebaut.

Angekommen an Africambo I, das Schimpansenhaus war sehr schön gemacht und mit der Anlage für Westafrikanischen Stumpfkrokodilen dann doch was aufgelockert und lockt dann noch ein paar Besucher rein wenn die Affen draußen sind. Ebenso waren es 2 Gruppen von Schimpansen, 2 Ältere Tiere und die größere Gruppe.
Im Anschluss war eine sehr großzügige Anlage für Kattas, Gürtelvaris und Rotstirnmakis, natürlich haben sie sich eig die ganze Zeit nur innen aufgehalten, weshalb wir mit Spiegelungen bei den Bildern kämpfen durften. Schien aber auch eine Vorführung zu bestimmten Uhrzeiten zu geben, aber was die da genau präsentieren, keine Ahnung.
Afrcambo I bietet eine seeeehr großzügige Anlage die in mehreren Unterteilbar ist für Defassa,Wasserbock, Südliche Oryx, Uganda-Giraffen, Grevy-Zebras und Ostafrikanisches Spitzmaulnashorn. Natürlich können die Nashörner nicht überall hin und haben auch noch 1 oder waren es 2 seperate Anlagen. Auf einer sind sie mit Tansania-Stummelaffen vergesellschaftet. Dazu später mehr.
Die Außenanlage für die Schimpansen gefiel mir, ebenso die Gestaltung dieses ganzen Bereiches mit den paar Insenln im Wasser und zwischen den Wegen die Pelikananlage. Dafür war die Löwenanlage jetzt sagen wir ganz ok, hätte man den Weg anders gestaltet, hätte man vermutlich mehr rausholen können bzw auf die andere Seite bauen können, welche mehr Platz bieten könnte. Die Innenanlage bot aber zu manch anderen Haltungen besseren Platz und war auch nicht hässlich gestaltet.
Das alte Affenhaus ist schon fast abgerissen. Das alte Elefantenhaus war dann schon ein Schock, wenn man überlegt auf was für einen Platz innen die 2 Elefanten leben, gut dass sie mit Africambo II schon begonnen haben und mal sehen was sie aus dem alten Bauwerk rausholen! Daneben lagen dann in einer verspiegelten Anlage 3 Vogelarten. Im Anschluss war eine Anlage für Gelbbrustkapuziner, daneben für Monameerkatzen und daneben dann für Löffelhunde.
Im Nashornhaus waren 2 Terrarien (1 war offen), diese waren sehr schön in das Haus integriert und würden jeden Terrarianer erfreuen. Wie erwähnt auch eine Anlage für die Stummelaffen, vergesellschaftet mit Strahlenschildkröten im vorderen Bereich. Im Haus war ebenso noch recht schick eine Anlage für Kap-Borstenhörnchen und Zwergmangusten, beim ersten habe ich eher das Bedenken, dass sie da raus könnten…

Neben dem Nashornhaus gab Volieren für Papageien und daneben noch für Krallenaffen und Tamanduas. Man hat dort sehr viel Struktur eingebracht. Nebenan ist das Haus für die Tapire, vergesellschaftet mit Nasenbären, Roten und den Weißrüssel. Ameisenbärenanlagen gab es auch, 2 Stück direkt neben der Anlage für die Tapire und Nasenbären. Auf dem Weg zwischen dem Haus und den Ameisenbären waren noch 2 Anlagen für Schwarzes Löwenäffchen und Schwarzschwanz-Seidenäffchen, leider waren die Tiere in deren Häuser, diese 1. gespiegelt haben und 2. total dunkel waren.. dafür war die Anlage für die Sakis schön gestaltet die neben den Ameisenbären lag, auch begehbar. Leider hatten sich auch dort die Tiere zurück gezogen, mit was sie vergesellschaftet sind hab ich leider gerade nicht mehr auf dem Schirm.

So fehlt noch das Stück zwischen dem Berghang und Africambo I. Dort waren dann Haustiere untergebracht im vorderen Stück, weiter hinten bei den Filandern waren dann Axishirsche und Hirschzeigenantilopen. Daneben dann wie erwähnt die Anlage für die Gorale. Dort neben Tasmanisches Bennetkänguru und dann kamen ältere Anlagen für Rotbüffel und solche Tiere.

Gegessen haben wir natürlich auch. Mein Essen war ne XXL Currywurst, obwohl ich es nicht wirklich mag musste natürlich Fleisch her :D Die Auswahl hätte noch bisschen mehr bieten können, aber da kommt der Luxus aus Köln aus mir heraus :D Dafür hat es aber geschmeckt.

Am Ende sind wir nochmal Richtung Schopfhirschen gegangen und hatten Erfolg, sie standen besser, ebenso haben wir einen Syrischen Tigeriltis gesehen! Seehr geiles Tier und viel kleiner als man erwartet hat.

Fazit: Der Zoo ist wirklich ein Geheimtipp und ein Besuch definitiv wert! Einige Raritäten und es werden vermutlich noch mehr. Denke sobald Africambo II eröffnet ist und alles eingezogen ist werde ich dort noch einen Besuch hin machen.

Wurde jetzt doch keine Grobe Rückmeldung :D

Köln, 16.07.2014

Diesmal nur Bonobo, Saphira und ich.

Alles in allem kann ich nur sagen: super, hat mal wieder sehr viel Spaß gemacht. Das Wetter war klasse, wurde gegen nachmittag in der Sonne schon fast wieder etwas zu warm. Der Zoo war gut besucht, aber nicht zu voll und die Tiere zeigten eigentlich auch durch die Bank von der interessantesten Seite, zumindest soweit ich das als Gelegenheitsbesucher beurteilen kann.

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Wuppertal, 31.05.2014

Mit dabei:

  • Bonobo
  • Cheeta
  • Hombi
  • Lincoln
  • Mondschatten
  • Saphira

(Leider haben wir wieder kein Erinnerungsfoto geschafft, weil es dann am Schluss ein wenig eilig zur S-Bahn ging.)

Anstatt hier extrem ins Detail zu gehen (das mache ich dann als Zooporträt, dass ich hoffentlich geschrieben kriege), mein persönlicher Eindruck.

Wuppertal ist in mehrfacher Hinsicht anstengend und ein riesiges Durcheinander. Aber es hat sich gelohnt.

Anstrengend nicht nur wegen der extremen Hanglangen im Park. Aber die Stadt heißt ja nicht umsonst WupperTAL. Einen wirklichen Rundweg gibt es nicht, trotz der Ausschilderung. Wir konnten von Glück sprechen, dass wir Lincoln dabei hatten, der sich mit dem Gelände gut auskannte und uns kreuz und quer wirklich überall vorbei geführt hat.

Anstrengend im positiven Sinne auch wegen des enormen Inputs an Arten, die man nicht alle Tage sieht.
Was es im Vogelhaus alles zu sehen gibt, kann ich garnicht aufzählen (bin da ja auch nicht der Experte). An Säugetieren Indische Leoparden, Asiatische Goldkatzen, Salzkatzen, Goldbauchmangaben, Drills, Brillenlanguren, Mittelamerikanische Tapire, Elefantenspitzmäuse, Babirussas und Gelbrückenducker!

Dabei sind die Tiere wirklich völlig durcheinander im Park verteilt. Es gibt die klassischen Schwerpunkte wie Affenhäuser, Elefantenhaus, Vogelhaus, Aquarium (diese beiden allerdings sehr konsequent mit thematischen Anlagen), Raubtierhäusern und Eisbären-Robben-Pinguinanlagen. Dazwischen ist keinerlei System zu erkennen. Was nicht bedeutet, dass es nicht einzelne sehr beeindruckende Anlagen gibt. Für mich war das zB die Patagonien-Anlage, ein großflächiger, lang gestreckter, bis auf einen Holunderbusch praktisch baumloser Wiesenhang, auf dem Guanakos, Große Maras und Darwin-Nandus leben. Andere Zoos haben sowas als Afrika-Wiese. Das krasse Gegenteil dazu war dann auch die Zebra-Anlage, auf der wirklich nur Böhmzebras waren (früher immerhin noch Elenantilopen). Überhaupt, erstaunlich wenig Huftiere und noch weniger Vergesellschaftungen derselben.

Ein Durcheinander besonders fazinierende Art sind aber auch die Gehegebaustile verschiedener Jahrzehnte, die mitunter an nur einem einzigen Haus in Erscheinung treten, und die Umnutzung, bzw. Neuherrichtung alter Häuser – beispielhaft das ehemalige Elefantenhaus (kaum zu glauben, dass da mal Elefanten UND Nilpferde drin gewesen sein sollen) als Tapirhaus.
Das alten Affenhaus von 1927 lässt von Innen die Renovierung in den 80ern erkennen, während die Außenanlagen zum Teil Originalzustand, zT den 80ern und zT jüngeren Datums zu sein scheinen.
Architektonisch besonders interessant fand ich das Menschenaffenhaus, wenngleich der Zuschnitt der Innengehege kaum einer Diskussion bedarf. Dafür wurde das Haus jedoch um zwar kleine aber sehr geglungene moderne Außengehege für Orang-Utans, Bonobos/Schimpansen und Gorillas erweitert.

Ein absolutes Higlight sind schließlich die Tiger- und die Löwenanlage. Beide nutzen perfekt die Hanglage, wobei der Besucherbereich der Tigeranlage als Felsschlucht gestaltet ist. Trotz des wirklich massiven Einsatzes von Kunstfels hatte ich hier nicht diesen Phantasialand-Eindruck, den ich bei den Bärenanlagen in Gelsenkrichen hatte. Bei der Löwenanlage mit Ausmaßen, die man sonst eher in Safaiparks findet, fasziniert einfach ihre Weite, in der die Löwen noch dazu im hohen Gras geradezu verloren gehen. Trotzdem bin ich immer noch im Zweispalt, ob ich sie nicht doch ZU groß finde.

Apropos: Nicht wenige Besucher haben die Anlage ob ihrer Größe förmlich angehimmlt. Ach, den Tieren muss es ja gut gehen bei so viel Platz. Am Abtrenngehege, nicht mehr als doppelt so groß wie ein konventioneller Käfig, scheint das aber nicht mehr gezählt zu haben. Da waren alle begeistert, denn da waren die Löwen direkt an der Scheibe. Soviel dazu.

Das allerdings bringt mich zu meinem dritten persönlichen Eindruck von Wuppertal: Ein Zoo mit, sagen wir mal, sehr eigenwilliger Raumnutzung, die mir übrigens schon vor Jahren aufgefallen ist. Es gibt riesige Flächen für Kraniche, Enten, Gänse und Schreitvögel. Huftiergehege, die Patagonienanlage ausgenommen, sind schon fast minimalistisch klein. Eine Umnutzung dieser Flächen für die Tiere, die es nicht erst seit dem neuen Säugetiergutachten bräuchten, allen voran die Menschenaffen, die weiteren Raubkatzen, Eisbären (!) scheint nicht angedacht zu sein, was ich aus meiner persönlichen Sicht, ehrlich gesagt, nicht wirklich nachvollziehen kann.