Wuppertal: Nur noch Bonobos und Orangs?

Anscheinend soll von den Menschenaffen langfristig nur noch Orang-Utan und Bonobo gehalten. Dass die Schimpansenhaltung auslaufen würde war zu erwarten und angekündigt aber die Gorillas haben erst vor einigen Jahren eine neue Außenanlage bekommen…dennoch ist es bezüglich der Platzverhältnisse im Haus eine vernünftige Entscheidung sich auf zwei Arten zu beschränken….

Wuppertal: Statement zur Eisbärenanlage, diverse Neuigkeiten

Letztes Jahr wurden zum ersten Mal 2 Eselspinguine durch (fast) Naturbrut aufgezogen.

Die Miluanlage soll vor den Sommerferien eröffnet werden. Die Schneeleopardanlage dann in den Sommerferien und der der Bauantrag für Aralandia soll in den nächsten Wochen abgegeben werden. Die Erweiterung für die Takine soll ca 100.000€ kosten die Hälfte kommt vom Zooverein. Nächstes Jahr wird damit begonnen das Vogelhaus entweder um- oder neuzubauen. Die Freiflughalle verbraucht wohl so viel Strom wie 6 Grundschulen zusammen dementsprechend soll auf energetisch nachgebessert werden.

Nach Aralandia kommt das Kleinkatzenhaus dran. Die ursprünglichen Pläne wurden verworfen, da nun wesentlich mehr Fläche zur Verfügung steht.

Die kosten für eine verhaltensgerechte Anlage für die Eisbären werde auf bis zu 25 Mio € geschätzt. Daher wird es keine neue geben und demnächst wird bekannt gegeben wie mit den jetztigen Eisbären fortgefahren wird.

Das Okapiweibchen ist sehr wahrscheinlich wieder tragend.

Für die Ameisenbären sind noch kleinere Umbaumaßnahmen nötig aber ein Tier wartet wohl schon in England auf den Umzug.

Andenkondore und die Harpyie sind weg.

Wuppertal, 31.05.2014

Mit dabei:

  • Bonobo
  • Cheeta
  • Hombi
  • Lincoln
  • Mondschatten
  • Saphira

(Leider haben wir wieder kein Erinnerungsfoto geschafft, weil es dann am Schluss ein wenig eilig zur S-Bahn ging.)

Anstatt hier extrem ins Detail zu gehen (das mache ich dann als Zooporträt, dass ich hoffentlich geschrieben kriege), mein persönlicher Eindruck.

Wuppertal ist in mehrfacher Hinsicht anstengend und ein riesiges Durcheinander. Aber es hat sich gelohnt.

Anstrengend nicht nur wegen der extremen Hanglangen im Park. Aber die Stadt heißt ja nicht umsonst WupperTAL. Einen wirklichen Rundweg gibt es nicht, trotz der Ausschilderung. Wir konnten von Glück sprechen, dass wir Lincoln dabei hatten, der sich mit dem Gelände gut auskannte und uns kreuz und quer wirklich überall vorbei geführt hat.

Anstrengend im positiven Sinne auch wegen des enormen Inputs an Arten, die man nicht alle Tage sieht.
Was es im Vogelhaus alles zu sehen gibt, kann ich garnicht aufzählen (bin da ja auch nicht der Experte). An Säugetieren Indische Leoparden, Asiatische Goldkatzen, Salzkatzen, Goldbauchmangaben, Drills, Brillenlanguren, Mittelamerikanische Tapire, Elefantenspitzmäuse, Babirussas und Gelbrückenducker!

Dabei sind die Tiere wirklich völlig durcheinander im Park verteilt. Es gibt die klassischen Schwerpunkte wie Affenhäuser, Elefantenhaus, Vogelhaus, Aquarium (diese beiden allerdings sehr konsequent mit thematischen Anlagen), Raubtierhäusern und Eisbären-Robben-Pinguinanlagen. Dazwischen ist keinerlei System zu erkennen. Was nicht bedeutet, dass es nicht einzelne sehr beeindruckende Anlagen gibt. Für mich war das zB die Patagonien-Anlage, ein großflächiger, lang gestreckter, bis auf einen Holunderbusch praktisch baumloser Wiesenhang, auf dem Guanakos, Große Maras und Darwin-Nandus leben. Andere Zoos haben sowas als Afrika-Wiese. Das krasse Gegenteil dazu war dann auch die Zebra-Anlage, auf der wirklich nur Böhmzebras waren (früher immerhin noch Elenantilopen). Überhaupt, erstaunlich wenig Huftiere und noch weniger Vergesellschaftungen derselben.

Ein Durcheinander besonders fazinierende Art sind aber auch die Gehegebaustile verschiedener Jahrzehnte, die mitunter an nur einem einzigen Haus in Erscheinung treten, und die Umnutzung, bzw. Neuherrichtung alter Häuser – beispielhaft das ehemalige Elefantenhaus (kaum zu glauben, dass da mal Elefanten UND Nilpferde drin gewesen sein sollen) als Tapirhaus.
Das alten Affenhaus von 1927 lässt von Innen die Renovierung in den 80ern erkennen, während die Außenanlagen zum Teil Originalzustand, zT den 80ern und zT jüngeren Datums zu sein scheinen.
Architektonisch besonders interessant fand ich das Menschenaffenhaus, wenngleich der Zuschnitt der Innengehege kaum einer Diskussion bedarf. Dafür wurde das Haus jedoch um zwar kleine aber sehr geglungene moderne Außengehege für Orang-Utans, Bonobos/Schimpansen und Gorillas erweitert.

Ein absolutes Higlight sind schließlich die Tiger- und die Löwenanlage. Beide nutzen perfekt die Hanglage, wobei der Besucherbereich der Tigeranlage als Felsschlucht gestaltet ist. Trotz des wirklich massiven Einsatzes von Kunstfels hatte ich hier nicht diesen Phantasialand-Eindruck, den ich bei den Bärenanlagen in Gelsenkrichen hatte. Bei der Löwenanlage mit Ausmaßen, die man sonst eher in Safaiparks findet, fasziniert einfach ihre Weite, in der die Löwen noch dazu im hohen Gras geradezu verloren gehen. Trotzdem bin ich immer noch im Zweispalt, ob ich sie nicht doch ZU groß finde.

Apropos: Nicht wenige Besucher haben die Anlage ob ihrer Größe förmlich angehimmlt. Ach, den Tieren muss es ja gut gehen bei so viel Platz. Am Abtrenngehege, nicht mehr als doppelt so groß wie ein konventioneller Käfig, scheint das aber nicht mehr gezählt zu haben. Da waren alle begeistert, denn da waren die Löwen direkt an der Scheibe. Soviel dazu.

Das allerdings bringt mich zu meinem dritten persönlichen Eindruck von Wuppertal: Ein Zoo mit, sagen wir mal, sehr eigenwilliger Raumnutzung, die mir übrigens schon vor Jahren aufgefallen ist. Es gibt riesige Flächen für Kraniche, Enten, Gänse und Schreitvögel. Huftiergehege, die Patagonienanlage ausgenommen, sind schon fast minimalistisch klein. Eine Umnutzung dieser Flächen für die Tiere, die es nicht erst seit dem neuen Säugetiergutachten bräuchten, allen voran die Menschenaffen, die weiteren Raubkatzen, Eisbären (!) scheint nicht angedacht zu sein, was ich aus meiner persönlichen Sicht, ehrlich gesagt, nicht wirklich nachvollziehen kann.